Beschleunigung als Betriebssystem

BESCHLEUNIGER-TAG 2026: Schneller wird man mit System

Schneller wird man mit System
"Schneller wird man nicht durch Eile, schneller wird man durch System." Das zumindest ist die Erfahrung von Claudia Schwan-Schmitz, Technische Beigeordnete der Stadt Mönchengladbach. Zu ihrem System gehören vier Hebel, die in allen Bereichen angesetzt werden:
  • Standardisieren: Einheitliche Kennzahlen in der Bauordnung, Modulbaukatalog, Vorgaben für Online-Servies oder klare Kriterien für Gewerbeflächen schaffen Standards. Das verhindert, dass jeder einzelne Antrag ein Einzelfall ist. Solche Standards schaffen Beschleunigung.
  • Priorisieren: Sowohl im Bereich der Wohnbau- als auch Gewerbeflächenentwicklung hat die Stadt Prioritätenlisten entwickelt (kurz-, mittel- und langfristig), die vom Rat beschlossen wurden. "Dadurch haben wir vom Rat, dem politischen Souverän, Unterstützung für unsere Vorgehensweise bekommen und vermeiden später Unklarheiten oder politische Auseinandersetzungen." Gute Planung erfolgt für sie deshalb von oben nach unten. Wenn der Rat die Prioritäten beschlossen hat, gibt das den Unternehmern Planungssicherheit und die Stadt kann sich entsprechend aufstellen.
  • Digitalisieren: "Aus Papier muss ein Prozess werden", sagt Michael Bahrke, Leiter Stabsstelle Strategische Entwicklung im Mönchengladbacher Rathaus. Für jede einzelne Leistung nach dem Online-Zugangsgesetz (OZG) finden OZG-Bootcamps statt: Interdisziplinäre Teams überprüfen in einem zweitägigen Workshop den jeweiligen Prozess und definieren ihn so, dass er in die digitale Welt überführt werden kann.
  • Steuern: "Mönchengladbach ist eine Stadt mit 300.000 Einwohnern, die alle überzeugt werden müssen", sagt Schwan-Schmitz. Daher sei es wichtig, die Verwaltungsprozesse so effizient zu steuern, dass es zu einer guten Zusammenarbeit zwischen Behörden, Projektbeteiligten und den Menschen in der Stadt kommt.
Wie sehr sich dieses System schon bewährt, konnte Schwan-Schmitz im vorigen Jahr sehen. Obwohl der nordrhein-westfälische Wohnungsbau 2025 eingebrochen war, hat die Stadt Mönchengladbach mit 758 Wohnungen ihre Fertigstellungen nahezu verdreifacht und liegt damit 43 Prozent über dem Landeswert (Rang 3 unter allen 22 kreisfreien Städten). Das waren 495 Wohnungen mehr als 2024 (plus 188 Prozent).